Ihr kennt mich – ich bin schon immer jemand gewesen, der sich für Belange der deutschen Wirtschaft interessiert, gleichzeitig bin ich aber ein Kritiker der Banken, insbesondere der Politik der EZB.

Umso mehr freute es mich gestern wieder einmal zu lesen, dass die Bundesbank klar Stellung für eine Position von uns PIRATEN bezieht, nämlich sich gegen die Abschaffung von Bargeld positioniert (Artikel in der FAZ).

Doch die Bundesbank hält dagegen: Für sie steht Bargeld auch für die Freiheit der Bürger. Diese wird eingeschränkt, wenn die Nutzung von Bargeld begrenzt wird.

Genannt werden die Äußerungen im Zusammenhang mit Berichten über das Unternehmen Worldline, dessen Mission die bargeldlose Gesellschaft ist. Sie stellen es als allgemeinen politischen Wunsch dar, eine bargeldlose Welt zu schaffen, als ob sie hierbei keinerlei wirtschaftliche, sondern nur gesellschaftliche Interessen vertreten würden.

Die Ironie der Sache ist, dass ausgerechnet Worldline das Unternehmen ist, aufgrund dessen Verfehlungen rund Hunderttausend Kreditkarten ausgetauscht werden mussten, wegen erhöhter Betrugsgefahr. Man ist dort also besonders vernunftresistent bzw. hofft darauf, dass keiner das doppelte Spiel erkennt. Denn wie sonst sollte man als Unternehmen, das nur zu gut weiss, wie unsicher und anfällig gegen Betrug die eigenen Kreditkarten sind, eine Gesellschaft dahingehend entwickeln wollen, ausgerechnet auf Kreditkarten als alleiniges Zahlungsmittel zu setzen…

Die Position der Bundesbank ist nicht unbedingt etwas neues, aber dass die FAZ nicht darauf verzichtet, im Zusammenhang mit einem Bericht über den Zahlungsdienstleister auch deren Stellungnahme unterzubringen, finde ich gut.

Für viele Bankenkritiker mag die Unterstützung von Seiten der Bundesbank überraschend kommen. Mich jedoch freut so ein scheinbar klares Statement umso mehr.

Daher zum Schluss noch einmal ein Zitat aus der Rede von Carl-Ludwig Thiele, Vorstandsmitglied der Bundesbank, vom April 2016:

Barzahlungen (schützen) die Privatsphäre der Bevölkerung. Dass davon auch weniger rechtschaffene Personen profitieren, ist kein Grund, die ehrlichen Bürgerinnen und Bürger immer gläserner werden zu lassen. Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und Achtung des Privatlebens ist ein hohes Gut, welches nicht aufgeweicht oder preisgegeben werden sollte. „Bargeld ist geprägte Freiheit“ – dieses abgewandelte Dostojewski-Zitat hat nichts von seiner Gültigkeit eingebüßt.

 

Euer Kristos

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