Knapp zwei Wochen sind vergangen, seit Ihr in Wolfenbüttel einen neuen alten Vorstand gewählt habt. Und wie versprochen haben wir uns gleich in die Arbeit geworfen.

Vor allem freue ich mich darüber, dass Ihr das Angebot annehmt, von uns Unterstützung beim Wahlkampf zu fordern. In Braunschweig und Osnabrück haben wir eine gute Zeit gehabt und für uns Piraten die Werbetrommel gerührt. Ich freue mich darüber, wie gut der Wahlkampf hier läuft. Jedem von uns ist die Bedeutung der AGH-Wahl in Berlin bewusst, aber dass gleichzeitig die Piraten in Niedersachsen für die Kommunalwahl jeden Stein umdrehen, auch wenn das Scheinwerferlicht nach Berlin zeigt, ist harte Arbeit. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Kommunalwahlen typischerweise näher am Alltag der Menschen dran sind, und dass wir mit Mandaten vor Ort in der alltäglichen Politik unseren Platz sichern.

Dann ging es weiter nach Göttingen, nach Hannover in den Wahlkampf, Hamburg steht auf der Liste, auch für ein Vorbereitungstreffen mit attac für den G20-Gipfel und dann zu unserer Geburtstagsfeier und einen knackigen Abschlusswahlkampf nach Berlin. Hier hab ich auch eine Einladung zu einer Veranstaltung von berlinlounge (ein Forum für gehobene mittelständische Unternehmen), in dem wir über das Verhältnis zu Deutschland und der EU sowie über die Rolle der Türkei in der Region und als Nato Bündnispartner sprechen. Dabei sind auch andere Bundespolitiker wie Jürgen Trittin. Darüberhinaus werde ich mich auch in den nächsten Tagen mit einigen NGOs zusammensetzen, um über Probleme zu sprechen.

Also meine Bitte: Wenn ich helfen kann, helfe ich gerne, gebt mir Bescheid! Entweder mit Kontakten oder auch bei Euch vor Ort, wenn ich das einrichten kann!

Noch ein Gespenst geht um in Europa

Was ebenfalls in den letzten zwei Wochen passierte war das deutliche Zeichen, in welche Richtung sich unsere Republik entwickelt – das erschreckende Wahlergebnis der AfD in Mecklenburg-Vorpommern.

Es ist für mich untragbar, dass in einem Bundesland, in dem so wenige Flüchtlinge und Ausländer untergebracht sind, die Menschen  sich gegen die Solidarität mit Hilfsbedürftigen stellen. Meiner Meinung nach versagen die Volksparteien komplett, den Menschen klar zu machen, was die grundlegenden Werte sind, auf denen unsere Republik basiert. Und welche Chancen für Deutschland bestehen, wenn mit dem Ankommen von Flüchtlingen in Deutschland und der Einbindung in unsere Gesellschaft vernünftig umgegangen wird.

wach_aufIch sehe die Situation ähnlich wie mit den Gastarbeitern, als man sich damals auch die Frage stellte, wie gehen wir damit um, nachdem die Arbeit getan ist, für die sie gerufen wurden. Mittlerweile würde keiner mehr sagen, dass es langfristig zu Parallelgesellschaften gekommen ist, vielmehr sind wir – ich zähle mich ja dazu – Bestandteil der Gesellschaft geworden. Das liegt aber auch daran, dass man uns als eine Hilfe gesehen hat, die wir für die Gesellschaft sein konnten (und durften, es braucht immer zwei).

Darüber hinaus ist als Christ ist für mich persönlich die Nächstenliebe das wichtigste. Die AfD sollte sich schämen, mit Ängsten zu arbeiten, um an die Macht zu kommen. Was ist denn bitte deren Kultur, die sie vor vermeintlichen Feinden verteidigen will, wenn nicht die Kultur auch einer Religion, die Frieden, Solidarität und Nächstenliebe predigt!

Ich empfinde ihre „Propaganda“, die ganzen Schlagwörter, die sie sich zusammentragen, als Beleidigung. Dass sie jeden Ausländer diffamieren. Wir als Ausländer, werden momentan in einer Art und Weise angegriffen, die ich unerträglich finde. Gleichzeitig verstehen sie nicht, dass es uns ohne Europa und die restliche Welt hier in Deutschland niemals so gut gehen würde.

Wir müssen und deutlich von diesen Parolen distanzieren. Wir dürfen Menschenfeindlichkeit niemals ent-tabuisieren!

Die Rattenfänger von der AfD und die stillschweigende Duldung verändern unsere Gesellschaft, und ich habe mittlerweile Angst.

Ich bitte jeden von Euch, bleibt/werdet aktiv in Eurem Umfeld, wann immer sich die Gelegenheit bietet. Seid standhaft gegen die Manipulationen und Scheinargumente der AfD. Zeigt, dass sie nicht die Mehrheit und erst recht nicht „das Volk“ sind. Entlarvt sie als das was sie sind – eine manipulative Führungsriege, die mit unhaltbaren Heilsversprechen und Hassnachrichten ein Ventil für die Verfehlungen der Volksparteien der letzten 10 Jahre bietet.

Lasst das zu unserer Aufgabe werden. Der Straßenkampf für die Grundwerte unserer Kultur.

Euer Kristos

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